Im Januar 2026 ist am KAI-OM ein neues Forschungsprojekt zur katholischen Jugend im Oldenburger Münsterland gestartet. Das OM ist als traditionell stark katholisch geprägte Region bekannt. Im Forschungskontext bisher relativ unbeachtet sind jedoch die im OM angesiedelten katholischen Jugendgruppen und Vereine. Über Jahrzehnte hinweg bildete und bildet die katholische Jugendvereinskultur zentrale Orte von Sozialisation, Vergemeinschaftung und ehrenamtlichem Engagement. Kaum ein Ort im Oldenburger Münsterland verfügte nicht über eine eigene Landjugend, einen Kolpingverein oder eine Messdienergemeinschaft. Für zahlreiche Generationen von Menschen aus dem OM gehören die unzähligen Erinnerungen an ihre Zeit im Verein, ihr Engagement, die unterschiedlichsten Aktionen und gemeinsames Feiern zum Teil ihrer Jugend. Die katholische Jugendkultur des Oldenburger Münsterlandes prägte und prägt das Alltagsleben sowie das Selbstverständnis der Region.

 

Und genau an dieser Stelle setzt das Forschungsprojekt an: Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass sich in den letzten Jahrzehnten unterschiedliche Veränderungsprozesse feststellen lassen. Von veränderten Beteiligungsformen, einem Wandel des ehrenamtlichen Engagements oder das Verhältnis zur Institution Kirche. Transformationsprozesse prägten und prägen die katholische Jugendkultur in der Region. Ziel des Projektes ist es daher, diese Veränderungsprozesse aus kulturwissenschaftlicher Perspektive herauszuarbeiten und zu analysieren, wie Bedeutungen, Selbstverständnisse und Handlungsmuster in unterschiedlichen Phasen praktiziert, gedeutet und verstanden wurden. Jugendverbände sind dabei nicht nur bloße Organisationsformen, sondern kulturelle Praxisräume, in denen religiöse, soziale, aber auch politische Thematiken ausgehandelt werden.

 

Die Forschung geschieht dabei nicht nur in Archiven und hinter geschlossenen Türen. Sondern, ganz im Selbstverständnis des KAI-OM, praxisnah und unter den Menschen. Mithilfe von leidfadengestützten qualitativen Interviews sollen die Perspektiven, Erfahrungen und Eindrücke von Menschen aus der Region aufgenommen und für das Projekt fruchtbar gemacht werden. Denn nur so, durch Gespräche mit Menschen aus dem Oldenburger Münsterland, lässt sich die Bedeutung und der Wandel kath. Jugendarbeit adäquat verstehen und rekonstruieren.

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