Aktuelles

Erdbeerzeit
Passend zur Erdbeersaison hat das Institut ein neues Buch herausgebracht: Thomas Schürmann: „Im Erdbeerland. Sonderkulturen im Oldenburger Münsterland“. 316 Seiten, 116 Abbildungen. Als Druckausgabe mit festem Einband im Verlag des Museumsdorfs Cloppenburg (ISBN 978-3-938061-48-0, 22,00 €)  und als E-Book (PDF) im Waxmann-Verlag, Münster (ISBN 978-3-8309-5035-06, 20,99 €). Im Buch geht es auch, aber nicht nur um Erdbeeren. In der Außenwahrnehmung ist das Oldenburger Münsterland vor allem ein Schwerpunktgebiet der Intensivtierhaltung. Daneben hat jedoch auch der Anbau von Obst und Gemüse stark an Bedeutung gewonnen. Einige Erzeuger, etwa von Gemüse und Erdbeeren, zählen zu den größten ihrer Art in der Bundesrepublik. Das Buch geht der Geschichte der landwirtschaftlichen Sonderkulturen nach und rührt damit nicht zuletzt an die Frage, unter welchen Voraussetzungen der Sonderkulturanbau eine Alternative zu den klassischen landwirtschaftlichen Sparten bilden kann.  
„Missionarinnen in verflochtenen Welten“: Unter diesem Titel eröffnet das Museumsdorf Cloppenburg am 23. Juni eine neue Ausstellung. Zwischen 1870 und 1970 reisten rund 375 Frauen aus dem Oldenburger Münsterland als Angehörige eines Frauenordens zwischen 1870 und 1970 in alle Teile der Welt. Sie arbeiteten als Krankenschwestern, als Lehrerinnen und in etlichen anderen Berufen. Viele der Missionarinnen sahen ihre Heimat nie wieder. Als nach dem Zweiten Weltkrieg Heimatbesuche in zunehmendem Maße möglich wurden, nutzten die Schwestern die Möglichkeit, Netzwerke für die Unterstützung der Missionsarbeit aufzubauen. Gestützt auf Interviews mit noch lebenden Missionsschwestern und mit Familienangehörigen sowie auf Gegestände, Bild- und Tondokumente zeichnet die Ausstellung die Lebenswege der Missionarinnen und die vielfältigen Verknüpfungen zwischen Heimat und Missionsraum nach.  – Zur Ausstellung erscheinen zwei Bücher: Christine Aka: „Missionarinnen, Mission und Missionsunterstützung. Ordensfrauen aus dem Oldenburger Münsterland in verflochtenen Welten“, und: Lucia Sunder-Plassmann, Inga Dickerhoff, Christine Aka (Hg.): „Missionarinnen, Mission und Missionsunterstützung. Selbstzeugnisse und ergänzende Studien“.  
Sina Rieken Theater 2023
Sina Rieken: „Wenn Theater ist, ist Theater!“ Laienschauspiel im Oldenburger Münsterland. Verlag des Museumsdorfs Cloppenburg, Cloppenburg 2023. Fester Einband, 101 Seiten, 72 Abbildungen. ISBN 978-3-938061-47-3, 12,00 €. Bezug über den Buchhandel oder über das Museumsdorf. Oder als E-Book beim Waxmann-Verlag Münster: ISBN 978-3-8309-5034-9, 12,00 €. — Theaterspielen ist im Oldenburger Münsterland eine beliebte Freizeitbeschäftigung mit einem hohen Grad an allgemeiner Beteiligung. In jeder Gemeinde der Landkreise Cloppenburg und Vechta stehen regelmäßig Laien auf der Bühne. Dabei muss zwischen Amateur- und Laientheater unterschieden werden: Steht bei ersterem der künstlerische Aspekt im Vordergrund, geht es bei letzterem in großem Maße um die Geselligkeit.Das Buch nimmt Laientheater als soziales und alltagskulturelles Phänomen in den Blick. Gespielt wird vornehmlich auf Plattdeutsch; nur wenige Gruppen bringen hochdeutsche Stücke zur Aufführung. Eine Theatersaison umfasst traditionell die Herbst- und Wintermonate, die Vorbereitungen und Proben beginnen im August oder Oktober. Seit jeher ist die Unterstützung in den Gemeinden groß: Die Aufführungen gelten als wichtige Ereignisse und sind durchweg gut besucht.
Auch die tüchtigsten Missionarinnen können nicht viel ausrichten, wenn es am lieben Geld fehlt. Über die Jahrzehnte unterstützten Missionsarbeitskreise die Arbeit der rund 350 Missionarinnen aus dem Oldenburger Münsterland mit Sach- und Geldspenden. Seit den 1970er Jahren bilden die Einnahmen aus Missionsbasaren eine enorm wichtige Stütze. Entsprechende Initiativen gibt es im Oldenburger Münsterland noch heute: Katholische Frauen stellen das ganze Jahr über gemeinschaftlich Handarbeiten her und verkaufen sie auf von ihnen organisierten, im Advent stattfinden Missionsbasaren. Die Erlöse fließen in die Missionsarbeit oder, wenn die letzten Missionarinnen in den Zielorten bereits verstorben sind, in lokale Wohlfahrtsprojekte. Auf der Grundlage teilnehmender Beobachtung und narrativer Interviews untersucht das von Lucia Sunder-Plassmann geführte Teilvorhaben der Dokumentation über Missionarinnen aus dem Oldenburger Münsterland die lokale Bedeutung dieser bis heute anhaltenden Tradition und die Motive der beteiligten Frauen.  
Logo des Forschungsverbundes 4N
Wer sich über den Forschungsverbund 4N der Universität Vechta, der Jade-Hochschule und der Hochschule Emden-Leer näher informieren möchte, kann jetzt in der digitalen Broschüre nachschlagen: https://vier-n.de. (zur leichteren Aktivierung des Links können Sie die Überschrift dieses Beitrages anklicken). 4N steht für: Nordwest – Niedersachsen – Nachhaltig – Neu. Das KAI-OM ist mit zwei Teilprojekten am Forschungsverbund beteiligt.  
Frommes Spielgerät
Ein Aufsatz von Prof. Dr. Christine Aka widmet sich dem Spielgerät in katholischen Haushalten. Siehe Christine Aka: Braucht frommes Spielen Spielsachen? Zur Objektausstattung in katholischen Haushalten. In: Jürgen Bärsch, Christel Köhle-Hezinger, Klaus Raschzok (Hg.): Heilige Spiele. Formen und Gestalten des spielerischen Umgangs mit dem Sakralen. Regensburg 2022, S. 273–284.  
Umschlag: Höfe vor der Nachfolge
Im Herbst 2021 ist erschienen: Thomas Schürmann: Höfe vor der Nachfolge. Landwirtschaft und bäuerliches Selbstverständnis im Oldenburger Münsterland (Schriften zur Alltagskultur im Oldenburger Münsterland, Band 2). Cloppenburg: Verlag des Museumsdorfs Cloppenburg, 2021 319 Seiten, 52 Abbildungen. ISBN 978-3-938061-45-9, 24,80 € — Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Landwirtschaft des Oldenburger Münsterlandes zum Rückgrat einer florierenden gewerblichen Wirtschaft. Inzwischen stehen die Bauern jedoch unter wachsendem ökonomischen Druck. Zudem wird das bisherige Erfolgsmodell, eine hochintensive Landwirtschaft, in der Öffentlichkeit zusehends in Frage gestellt. Am Beispiel des Oldenburger Münsterlandes zeigt sich eine Reihe von Strukturproblemen der modernen Landwirtschaft in gedrängter Form. Das Buch fragt danach, wie die Bauern selbst ihre Lage sehen. In 38 offenen Interviews gaben Landwirte und ihre Familien aus dem Südoldenburger Raum Auskunft über ihre Stellung in der Gesellschaft, über Zumutungen und Glücksmomente ihres Berufes und darüber, wie sie sich der Zukunft stellen. Die gesammelten Aussagen zeigen nicht nur individuelle Wege und Schicksale; sie verwei­sen auch auf die Chancen und Perspektiven der ganzen Berufsgruppe.